Versicherung für Elektroautos in Österreich
06.07.2026 · Elektromobilität
Von Melissa Hiltl

Was kostet es wirklich, ein E-Auto in Österreich zu versichern? Diese Frage stellen sich viele und die Antwort ist komplizierter als ein einfacher Preisvergleich. Denn bei der Versicherung für Elektroautos spielen Faktoren eine Rolle, die beim Verbrenner kaum jemanden interessieren: Wie ist der Akku abgesichert? Gilt der Schutz auch beim Laden? Und was bedeutet der Wegfall der motorbezogenen Steuerbefreiung seit April 2025 konkret für deinen Geldbeutel?
Wir gehen alle diese Fragen der Reihe nach durch – von der Pflichtversicherung bis zur Akkudeckung – und zeigen dir, wie du als E-Auto-Fahrer in Österreich gut abgesichert und trotzdem finanziell entspannt unterwegs bist.
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Grundlage: Was ist bei der Kfz-Versicherung für Elektroautos Pflicht?
Egal ob Verbrenner oder Stromer, wer in Österreich ein Fahrzeug auf öffentlichen Straßen bewegt, braucht eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und ergibt sich aus dem Kraftfahrzeuggesetz (KFG) in Verbindung mit dem Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungsgesetz (KHVG). Ohne aufrechten Versicherungsschutz ist keine Zulassung möglich, das gilt für Elektroautos genauso wie für jeden anderen Pkw.
Die Haftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die du anderen Verkehrsteilnehmern zufügst – also Personen-, Sach- und Vermögensschäden gegenüber Dritten. Schäden an deinem eigenen Fahrzeug sind davon ausdrücklich nicht umfasst.
Rechtliche Grundlage: Die Pflicht zur Kfz-Haftpflichtversicherung ist in § 59 KFG 1967 sowie im KHVG 1994 geregelt. Die Mindestdeckungssummen betragen in Österreich aktuell 6 Millionen Euro für Personenschäden und 1,12 Millionen Euro für Sachschäden pro Schadensfall – eine der höchsten Mindestdeckungen in der EU.
Was unterscheidet die Versicherung für Elektroautos vom Verbrenner?
Auf den ersten Blick funktioniert die Kfz-Versicherung für ein Elektroauto genauso wie für ein konventionelles Fahrzeug. In der Praxis gibt es aber einige Unterschiede, die du kennen solltest:
Fahrzeugwert und Reparaturkosten
Elektroautos haben im Schnitt höhere Anschaffungskosten als vergleichbare Verbrenner. Das wirkt sich direkt auf die Kaskoversicherung aus: ein höherer Fahrzeugwert bedeutet in der Regel auch eine höhere Prämie. Gleichzeitig sind Reparaturen an Hochvoltkomponenten kostenintensiver, da speziell ausgebildete Techniker und zertifizierte Werkstätten erforderlich sind.
Der Akku: das teuerste Bauteil
Der Antriebsakku ist das Herzstück und mit Abstand das teuerste Bauteil eines Elektroautos. Ein Austausch kann je nach Fahrzeug und Kapazität zwischen 8.000 und 20.000 Euro kosten. Nicht alle Kaskoversicherungen decken Akkuschäden automatisch und vollständig ab. Hier lohnt es sich, das Kleingedruckte genau zu lesen.
Brandrisiko und Feuerwehreinsätze
E-Autos brennen statistisch gesehen nicht häufiger als Verbrenner, aber wenn ein Akkubrand entsteht, ist er schwieriger zu löschen und bindet deutlich mehr Einsatzkräfte. Einige Versicherer berücksichtigen das in ihrer Risikoberechnung, andere nicht. Im Schadenfall ist eine gute Kaskodeckung Gold wert.
Ladeinfrastruktur und Ladekabel
Hochwertige Ladekabel und Wallboxen sind nicht automatisch über die Standard-Kfz-Versicherung mitversichert. Je nach Versicherer und Tarif kann hier eine Haushaltsversicherung oder eine spezifische Zusatzdeckung sinnvoll sein.
Die drei Versicherungsbausteine im Überblick
Die Kfz-Versicherung in Österreich ist modular aufgebaut, du kombinierst je nach Bedarf und Fahrzeugwert verschiedene Bausteine. Für Elektroautos gilt dasselbe Grundprinzip wie für Verbrenner, aber die Gewichtung der einzelnen Bausteine verschiebt sich. Welcher Schutz Pflicht ist, welcher sich lohnt und wo du sparen kannst, zeigen die folgenden drei Bausteine.
1. Haftpflichtversicherung – die Pflichtversicherung
Wie oben beschrieben: ohne geht's nicht. Die Prämie richtet sich nach mehreren Faktoren: Fahrzeugkategorie, Motorleistung (in kW statt PS), Zulassungsort, Fahrerkreis und Schadenfreiheitsrabatt. Für Elektroautos gilt: Die Motorleistung in kW ist häufig höher als bei vergleichbaren Verbrennern, was die Einstufung beeinflussen kann. Gleichzeitig bieten viele Versicherer inzwischen explizite Nachlässe für Elektrofahrzeuge. Es lohnt sich, Angebote zu vergleichen.
2. Teilkaskoversicherung
Die Teilkasko springt bei Schäden ein, die nicht durch eigenes Verschulden entstehen: Diebstahl, Glasbruch, Hagel, Sturm, Wildunfall oder Elementarereignisse. Für Elektroautos besonders relevant: Akkudiebstahl und Vandalismusschäden am Ladekabel sind je nach Tarif eingeschlossen oder explizit ausgeschlossen. Hier also unbedingt nachfragen.
3. Vollkaskoversicherung
Die Vollkasko deckt zusätzlich selbst verursachte Schäden sowie Vandalismus am eigenen Fahrzeug ab. Bei einem neuen oder hochwertigen E-Auto ist die Vollkasko in der Regel sinnvoll – der höhere Fahrzeugwert und die teuren Reparaturkosten sprechen klar dafür. Mit steigendem Fahrzeugalter kann ein Wechsel zur Teilkasko wirtschaftlich werden.
Rechtliche Grundlage: Kaskoversicherungen sind in Österreich freiwillige Zusatzversicherungen und unterliegen den Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrzeugversicherung (AFIB 2017) sowie den jeweiligen Sonderbedingungen des Versicherers. Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung zur Kaskoversicherung.
Versicherung für den Akku des Elektroautos: eigener Baustein oder Teil der Kasko?
Der Akku verdient besondere Aufmerksamkeit. In der Praxis gibt es drei gängige Modelle:
- Akku im Fahrzeugwert enthalten: Bei gekauften Fahrzeugen ist der Akku meist Bestandteil des versicherten Fahrzeugwerts und damit automatisch in der Kasko mitversichert, sofern der Schaden durch ein versichertes Ereignis entsteht.
- Akku gemietet (Leasing-Modell): Manche Hersteller, vor allem ältere Renault-Modelle, haben den Akku separat vermietet. In diesem Fall ist er nicht automatisch über die Kfz-Versicherung abgedeckt. Hier braucht es eine eigene Absicherung.
- Garantieverschleiß: Normale Alterung des Akkus (Kapazitätsverlust über die Zeit) ist kein Versicherungsfall, sondern ein technischer Verschleiß. Viele Hersteller bieten dafür separate Akkugarantien von 8 Jahren oder einer bestimmten Kilometerleistung an.
Tipp: Frag beim Versicherer explizit nach, ob und unter welchen Bedingungen ein Akkuschaden, etwa durch einen Defekt, einen Unfall oder einen Kurzschluss beim Laden, gedeckt ist.
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Was hat sich 2025 in Österreich geändert?
Ein wichtiger Punkt für alle E-Auto-Fahrer in Österreich: Seit April 2025 gibt es keine Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer mehr für Elektrofahrzeuge. Diese Steuer wird gemeinsam mit der Haftpflichtprämie eingehoben und richtet sich nach der Motorleistung in kW.
Das bedeutet konkret: Die Gesamtkosten für die Kfz-Versicherung eines Elektroautos sind seit April 2025 höher als zuvor. Wer sein E-Auto noch mit der alten Steuerbefreiung kalkuliert hat, sollte seine Kosten neu durchrechnen. Je nach Fahrzeugleistung kann das einen spürbaren Unterschied machen.
Rechtliche Grundlage: Die motorbezogene Versicherungssteuer ist im Versicherungssteuergesetz (VersStG) geregelt. Die bis März 2025 gültige Befreiung für Elektrofahrzeuge wurde im Zuge der Budgetkonsolidierung gestrichen. Die Steuer wird weiterhin auf Basis der Motorleistung (kW) berechnet und gemeinsam mit der Versicherungsprämie eingehoben.
Elektroauto versichern: Was kostet das in der Praxis?
Pauschale Zahlen sind hier schwierig, da die Prämie von zu vielen individuellen Faktoren abhängt. Als grobe Orientierung: Die jährliche Haftpflichtprämie für ein Elektroauto der Mittelklasse liegt in Österreich je nach Versicherer, Schadenfreiheitsklasse und Zulassungsort zwischen rund 300 und 700 Euro. Hinzu kommt seit April 2025 die motorbezogene Versicherungssteuer.
Eine Vollkaskoversicherung für ein neues E-Auto im Wert von 40.000 bis 60.000 Euro schlägt zusätzlich mit etwa 600 bis 1.200 Euro jährlich zu Buche, wiederum stark abhängig von Selbstbehalt, Fahrerkreis und Versicherer.
Was die Kosten senkt:
- Hoher Schadenfreiheitsrabatt durch unfallfreies Fahren
- Telematik-Tarife (fahrerisches Verhalten wird über eine App bewertet)
- Garagierung des Fahrzeugs
- Beschränkter Fahrerkreis
- Explizite E-Auto-Rabatte einzelner Versicherer
Ein Versicherungsvergleich zahlt sich bei E-Autos besonders aus. Die Prämienunterschiede zwischen einzelnen Anbietern sind teils erheblich, da nicht alle Versicherer Elektrofahrzeuge gleich kalkulieren.
Versicherung für Elektroautos – gut versichert, clever kalkuliert
Die Elektroauto-Versicherung in Österreich funktioniert im Kern wie die klassische Kfz-Versicherung – mit ein paar wichtigen Eigenheiten, die du kennen solltest. Der Wegfall der Steuerbefreiung seit April 2025 erhöht die laufenden Kosten spürbar, lässt sich aber durch einen guten Versicherungsvergleich und die jährliche THG-Prämie zumindest teilweise ausgleichen.
Wer seine Elektroauto-Versicherung sorgfältig zusammenstellt, auf die Akkudeckung achtet und gleichzeitig die THG-Prämie mit carbonify nutzt, fährt nicht nur emissionsfrei, sondern auch finanziell entspannt.
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FAQ zur Elektroauto-Versicherung in Österreich
Ist die Haftpflicht-Versicherung für Elektroautos in Österreich Pflicht?
Ja, absolut. Die Haftpflichtversicherung ist für jedes zugelassene Kraftfahrzeug in Österreich gesetzlich vorgeschrieben – unabhängig vom Antrieb. Ohne aufrechten Versicherungsschutz ist keine Zulassung möglich.
Ist der Akku automatisch über die Kaskoversicherung mitversichert?
Das hängt vom Tarif ab. Bei gekauften Fahrzeugen ist der Akku meist im Fahrzeugwert enthalten und damit kaskoversichert – allerdings nur für versicherte Ereignisse wie Unfall oder Diebstahl, nicht für normalen Kapazitätsverlust. Unbedingt die Versicherungsbedingungen prüfen.
Sind Wallbox und Ladekabel über die Kfz-Versicherung für Elektroautos abgedeckt?
In der Regel nicht automatisch. Ladekabel und Wallboxen fallen häufig in den Bereich der Haushaltsversicherung oder benötigen eine eigene Zusatzdeckung. Hier lohnt sich ein Blick in die jeweiligen Versicherungsbedingungen.
Zahle ich bei einem Elektroauto mehr für die Haftpflicht-Versicherung als bei einem Verbrenner?
Nicht zwingend. Die Prämie hängt von vielen Faktoren ab – Motorleistung, Schadenfreiheitsklasse, Zulassungsort und Fahrerkreis. Elektroautos haben zwar oft eine höhere kW-Leistung, viele Versicherer bieten aber gleichzeitig explizite Rabatte für E-Fahrzeuge an. Ein Angebotsvergleich lohnt sich.
Brauche ich für mein Elektroauto eine spezielle Werkstatt im Schadensfall?
Ja. Für Arbeiten an Hochvoltkomponenten, wie dem Akku oder dem Antriebssystem, sind zertifizierte Fachbetriebe mit entsprechender HV-Ausbildung vorgeschrieben. Nicht jede freie Werkstatt darf an diesen Systemen arbeiten. Prüfe daher, ob dein Versicherer zertifizierte E-Auto-Werkstätten in seinem Partnernetz führt.
Das sagen unsere Geschäftspartner und Kunden über uns.
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Was versteht man unter dem THG-Quotenhandel?
Der THG-Quotenhandel liegt der THG-Quote zugrunde. Unternehmen, wie Mineralölkonzerne, die fossile Kraftstoffe, (z. B. Diesel oder Benzin) in Umlauf bringen und so maßgeblich zum CO2-Ausstoß beitragen, werden durch die THG-Quote dazu verpflichtet, ihre Emissionen jedes Jahr um einen festgesetzten Prozentsatz zu reduzieren.
Im Jahr 2030 soll dieser Satz bei 25 % liegen. Bei Nichteinhaltung der Quote wird eine Strafzahlung (Pönale) für jede nicht eingesparte Tonne CO2 fällig. Die Pönale ist wesentlich teurer: Aktuell liegt sie bei 600 € pro Tonne ausgestoßenem CO2.
Die THG-Quoten von Dritten wie z. B. E-Mobilisten aufzukaufen, wenn quotenverpflichtete Unternehmen ihre THG-Quote nicht durch andere Maßnahmen, wie z. B. das Beimischen von Ökokraftstoffen erfüllen können, bildet die Nachfrage im THG-Quotenhandel.
Auf welcher Gesetzesgrundlage werden die Zertifikate der THG-Quote ausgegeben?
Die THG-Quote ist durch das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) und die 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV Nr. 38) geregelt. Gemäß der 38. Bundes-Emissionsschutzverordnung ist das Umweltbundesamt für die Prüfung der in Verkehr gebrachten Kraftstoffe zuständig und zertifiziert die von carbonify eingereichten THG-Quotenanträge.
An wen wird die THG-Quote verkauft?
Hauptsächlich sind es Mineralölkonzerne, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihre Treibhausgasemissionen im Rahmen der THG-Quote jedes Jahr um einen festgelegten Prozentsatz zu mindern.
Halten die quotenverpflichteten Unternehmen sich nicht an Ihre Quote, wird eine Strafzahlung für jede nicht eingesparte Tonne CO2 in Höhe von 600 € pro Tonne CO2 fällig.
Ein Quotenverpflichteter hat unterschiedliche Erfüllungsoptionen, um die Anforderungen der THG-Quotenerfüllung zu bewerkstelligen. Insbesondere ist es der Verkauf von Biokraftstoffen, wie z. B. E10 oder E5 an der Tankstelle.
Da die THG-Minderungsquote in den vergangenen Jahren jedoch bedeutend gestiegen ist und bis 2030 auf 25 % steigen wird, schaffen Mineralölkonzerne es nicht allein durch den Verkauf von Biokraftstoffen die Anforderungen zu erfüllen, sodass Strafzahlungen drohen. Deswegen werden THG-Quotenmengen durch öffentliche Ladeinfrastruktur generiert oder die eingesparten CO2-Emissionen von Privatpersonen oder Unternehmen gekauft.
Wer kann die THG-Quote beantragen?
Die THG-Quote kann von allen Haltern von E-Autos, sowie von Ladeinfrastrukturbetreibern beantragt werden. Dabei ist es egal, ob es sich hierbei um private E-Auto-Besitzer, E-Flottenbetreibern in Unternehmen oder Eigentümer von öffentlicher Ladeinfrastruktur handelt. Allerdings gibt es bei den Fahrzeugen eine Unterscheidung: Es müssen quotenberechtigte Fahrzeuge sein.
Für welchen Zeitraum kann die THG-Quote von E-Mobilisten und Ladeinfrastrukturbetreibern beantragt werden?
Die THG-Quote kann einmal pro Kalenderjahr beim Umweltbundesamt beantragt werden. Gesetzlich ist das Instrument bis 2030 vorgesehen.
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