Induktives Laden fürs Auto: kabellos in die Zukunft
14.10.2026 · Elektromobilität
Von Melissa Hiltl

Induktives Laden beim Auto klingt für viele noch nach Science-Fiction, dabei rollen die ersten Testfahrzeuge längst über echte Straßen. Die Idee dahinter ist so simpel wie bequem: Du parkst über einer Ladeplatte, und der Strom fließt von allein – ohne Kabel, ohne Stecker, ohne Suchen nach der richtigen Buchse. Von deinem Handy oder der elektrischen Zahnbürste kennst du das Prinzip längst.
Aber wie funktioniert das eigentlich genau, wie gut ist der Wirkungsgrad, und wird man bald wirklich auf der Autobahn während der Fahrt laden? Und was heißt das alles für dein E-Auto und deine THG-Prämie in Österreich? Genau das schauen wir uns hier an.
👉 Entdecke die verschiedenen Möglichkeiten einer THG-Prämie
Wie funktioniert induktives Laden beim Auto?
Das Grundprinzip ist über 190 Jahre alt: Schon 1831 entdeckte Michael Faraday, dass ein Magnetfeld in einer benachbarten Spule Strom erzeugen kann. Genau das nutzt induktives Laden.
Vereinfacht gesagt stecken zwei Spulen im Spiel. Eine sitzt in einer Bodenplatte – in der Garage, auf dem Parkplatz oder unter dem Asphalt. Die zweite ist im Unterboden des Fahrzeugs verbaut. Sobald beide übereinanderstehen, baut die Bodenspule ein magnetisches Wechselfeld auf, das in der Fahrzeugspule eine Spannung erzeugt. Diese wird gleichgerichtet und lädt die Batterie. Der Strom springt also durch die Luft, ganz ohne physischen Kontakt.
Damit das zuverlässig klappt, muss das Auto möglichst genau über der Platte stehen. Steht es schief, sinkt die Effizienz. Moderne Systeme lösen das mit Parkassistenten, die dich zentimetergenau einweisen, und mit einer Objekterkennung, die prüft, ob sich etwas zwischen den Spulen befindet, bevor der Ladevorgang startet.
E-Auto induktiv laden: statisch oder während der Fahrt
Wenn du dein E-Auto induktiv laden willst, gibt es zwei grundsätzliche Ansätze:
Statisches Laden ist der Fall, den du dir wahrscheinlich vorstellst: Du fährst in die Garage oder auf einen ausgestatteten Stellplatz, parkst über der Platte, steigst aus – der Rest passiert automatisch. Genau richtig für zu Hause oder für Flotten, die nachts ohnehin stehen.
Dynamisches Laden ist die spektakulärere Variante: Hier liegen die Spulen in der Fahrbahn, und das Auto lädt während der Fahrt. Der Charme dabei ist, dass die Batterie kleiner ausfallen könnte, weil unterwegs ständig Energie nachkommt. Weniger Gewicht, weniger Rohstoffe, weniger Ladepausen. Noch steckt dieser Ansatz tief in der Forschung, aber die ersten Kilometer sind bereits verlegt.
Induktives Laden auf der Autobahn: Pilotprojekte im Check
Induktives Laden auf der Autobahn ist kein reines Gedankenspiel mehr. In mehreren Ländern laufen echte Teststrecken:
In Deutschland ging 2025 auf der A6 bei Amberg ein rund ein Kilometer langer Abschnitt in Betrieb. Rund 12 Zentimeter unter dem Asphalt sind Kupferspulen verbaut, die pro Segment bis zu 25 Kilowatt Leistung übertragen – vorausgesetzt, das Fahrzeug hat den passenden Empfänger an Bord. Getragen wird das Projekt E|MPOWER unter anderem von der Universität Erlangen-Nürnberg, dem Technologieunternehmen Electreon und der Autobahn GmbH des Bundes.
Auch anderswo wird getestet: In Frankreich entsteht auf der A10 südwestlich von Paris eine mehrere Kilometer lange Ladestrecke, in Schweden lief auf Gotland ein solarbetriebenes Projekt, und in Italien läuft in der Lombardei die „Arena del Futuro“. In der Schweiz haben Empa-Forschende Ende 2025 sogar die schweizweit ersten für induktives Laden umgerüsteten Autos auf die Straße gebracht.
Wichtig zur Einordnung: Das sind Forschungs- und Pilotprojekte, keine Serienlösungen. Bis du auf der A1 zwischen Wien und Salzburg kabellos nachladen kannst, wird noch einige Zeit vergehen. Aber die Richtung steht.
Induktives Laden beim Auto: Wie gut ist der Wirkungsgrad?
Die Frage nach dem Wirkungsgrad ist berechtigt, schließlich geht Energie, die durch die Luft übertragen wird, doch bestimmt verloren, oder? In der Praxis ist der Verlust kleiner, als viele denken.
Der Wirkungsgrad liegt aktuell bei rund 85 bis 95 Prozent und damit etwas unter dem Niveau des kabelgebundenen Ladens. In realistischen Tests landen gute Systeme meist um die 90 Prozent. Empa-Forschende ermittelten Ende 2025 unter realen Bedingungen – mit Schnee, Regen und leichten Parkabweichungen – einen Wirkungsgrad von rund 90 Prozent, vergleichbar mit dem Laden per Kabel.
Zur Ladeleistung: Heimsysteme liegen häufig bei etwa 3,6 Kilowatt, in Pilotprojekten sind bis zu 11 Kilowatt möglich – also durchaus im Bereich einer normalen Wallbox. Der Unterschied zum Kabel schrumpft mit jeder Entwicklungsstufe.
Elektroauto kabellos laden: Vorteile und offene Fragen
Warum überhaupt der Aufwand, wenn ein Kabel doch funktioniert? Weil das kabellose Laden von Autos echte Pluspunkte hat:
- Komfort: einparken, aussteigen, fertig. Kein Hantieren mit nassen oder verschmutzten Kabeln.
- Verschleiß: keine Stecker, die kaputtgehen, und kein Vandalismus an Ladekabeln.
- Autonomes Fahren: selbstfahrende Shuttles oder Flottenfahrzeuge können sich ganz ohne Personal selbst laden.
- Kleinere Batterien: vor allem beim dynamischen Laden ein spannender Hebel für Gewicht und Kosten.
Genauso ehrlich gehören die offenen Fragen dazu: Die Nachrüstung und die Straßeninfrastruktur sind teuer, die Fahrzeuge müssen exakt positioniert werden, und es gibt bislang keinen einzigen weltweiten Standard – konkurrierende Normen wie SAE J2954 und ISO 19363 existieren nebeneinander. Serienmodelle mit Empfängerspule ab Werk sind noch die Ausnahme.
Induktives Laden und die THG-Quote in Österreich
Jetzt wird es für dich als E-Auto-Fahrer in Österreich richtig interessant. Denn egal, ob du dein Elektroauto künftig kabellos oder klassisch per Kabel lädst: Für die THG-Prämie zählt in erster Linie, dass du Halter eines rein batterieelektrischen Fahrzeugs bist.
Für jedes ganzjährig in Österreich angemeldete E-Auto gilt eine Pauschale von 1.500 kWh pro Jahr – unabhängig davon, wie und wo du geladen hast. Die Ladetechnik ändert daran nichts. Wer heute mit dem Kabel lädt und morgen induktiv, bekommt für sein Fahrzeug dieselbe THG-Quote vom Umweltbundesamt.
Spannend wird die Technik dort, wo es um den gemessenen Ladestrom an einer eigenen Ladestation geht. In Österreich ist ein Ladepunkt nämlich dann zur kWh-genauen Abrechnung berechtigt, wenn die einzelnen Ladevorgänge aufgezeichnet werden und die Station eichrechtskonform ist oder über einen MID-Stromzähler verfügt. Ob eine induktive Ladeplatte diese Anforderungen erfüllt, hängt allein von ihrer Messtechnik ab – nicht davon, ob mit oder ohne Kabel geladen wird. Erfüllt eine kabellose Station diese Messvorgaben, kann sie später genauso Grundlage für die eQuote sein wie eine geeichte Wallbox heute.
Rechtliche Grundlage: Basis der THG-Quote in Österreich ist die Kraftstoffverordnung (KVO 2012) in ihrer aktuellen Fassung. Begünstigt sind Halter rein batterieelektrischer Fahrzeuge sowie Betreiber von Ladeinfrastruktur. Für die kWh-genaue Abrechnung eines Ladepunkts ist ein eichrechtskonformer oder MID-konformer Zähler samt Aufzeichnung der Ladevorgänge Pflicht. Öffentlich zugängliche Ladepunkte müssen zusätzlich bei der e-control gemeldet sein und über eine EVSE-ID verfügen.
👉 Kennst du deine Vorteile einer THG-Quote?
Induktives Laden beim Elektroauto: kabellose Technik, klare Prämie
Induktives Laden ist noch nicht im Alltag angekommen, aber die Technik ist erwachsen geworden: solide Wirkungsgrade um die 90 Prozent, erste Autobahn-Teststrecken und ein Komfort, den Kabel nie erreichen werden. Für dich in Österreich ist die gute Nachricht, dass sich an deiner THG-Prämie nichts ändert – ganz gleich, wie du deinen Strom in die Batterie bekommst.
Wenn du dein E-Auto schon heute jedes Jahr zu barem Geld machst und dabei einen Partner wie carbonify an deiner Seite hast, der die Regeln kennt und die Zukunft mitdenkt, dann ist induktives Laden beim Auto für dich schon jetzt mehr als nur eine spannende Zukunftsvision.
👉 Informiere dich über Wissenswertes zur THG-Quote
FAQ zum induktiven Laden beim Auto
Wie funktioniert induktives Laden beim Auto genau?
Eine Spule in einer Bodenplatte erzeugt ein magnetisches Wechselfeld, das in einer Spule im Fahrzeugunterboden Strom erzeugt. Dieser lädt die Batterie – komplett ohne Kabel und Stecker. Wichtig ist, dass das Auto möglichst genau über der Platte steht.
Kann ich mein E-Auto schon heute induktiv laden?
Serienmäßig ist das E-Auto induktiv laden noch die Ausnahme. Die meisten Systeme laufen in Pilotprojekten oder brauchen eine Nachrüstung mit Empfängerspule. Für den breiten Markt ist die Technik zwar auf dem Weg, aber noch nicht flächendeckend verfügbar.
Wie hoch ist der Wirkungsgrad beim induktiven Laden?
Der Wirkungsgrad beim induktiven Laden vom Auto liegt aktuell bei rund 85 bis 95 Prozent, in realistischen Tests meist um die 90 Prozent. Damit ist er nur wenig geringer als beim Laden per Kabel – der Abstand schrumpft mit jeder neuen Systemgeneration weiter.
Gibt es induktives Laden auf der Autobahn?
Induktives Laden auf der Autobahn wird bereits erprobt, etwa auf der A6 bei Amberg in Deutschland oder auf der A10 in Frankreich. Dabei liegen Spulen in der Fahrbahn, die Fahrzeuge während der Fahrt laden. In Österreich gibt es solche Strecken bislang nicht.
Bekomme ich die THG-Prämie, egal wie ich lade?
Ja. Für die THG-Prämie zählt, dass du Halter eines rein elektrischen Fahrzeugs in Österreich bist. Ob du per Kabel oder induktiv lädst, ändert an der Pauschale von 1.500 kWh pro Jahr nichts. Bei einer geeichten Messstation gelten dieselben Regeln wie für heutige Ladepunkte.
Das sagen unsere Geschäftspartner und Kunden über uns.
Was Dich noch interessieren könnte:
Wir haben alle weiteren Informationen für Dich in unseren FAQ zusammengetragen.
Wähle eine Kategorie
Was versteht man unter dem THG-Quotenhandel?
Der THG-Quotenhandel liegt der THG-Quote zugrunde. Unternehmen, wie Mineralölkonzerne, die fossile Kraftstoffe, (z. B. Diesel oder Benzin) in Umlauf bringen und so maßgeblich zum CO2-Ausstoß beitragen, werden durch die THG-Quote dazu verpflichtet, ihre Emissionen jedes Jahr um einen festgesetzten Prozentsatz zu reduzieren.
Im Jahr 2030 soll dieser Satz bei 25 % liegen. Bei Nichteinhaltung der Quote wird eine Strafzahlung (Pönale) für jede nicht eingesparte Tonne CO2 fällig. Die Pönale ist wesentlich teurer: Aktuell liegt sie bei 600 € pro Tonne ausgestoßenem CO2.
Die THG-Quoten von Dritten wie z. B. E-Mobilisten aufzukaufen, wenn quotenverpflichtete Unternehmen ihre THG-Quote nicht durch andere Maßnahmen, wie z. B. das Beimischen von Ökokraftstoffen erfüllen können, bildet die Nachfrage im THG-Quotenhandel.
Auf welcher Gesetzesgrundlage werden die Zertifikate der THG-Quote ausgegeben?
Die THG-Quote ist durch das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) und die 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV Nr. 38) geregelt. Gemäß der 38. Bundes-Emissionsschutzverordnung ist das Umweltbundesamt für die Prüfung der in Verkehr gebrachten Kraftstoffe zuständig und zertifiziert die von carbonify eingereichten THG-Quotenanträge.
An wen wird die THG-Quote verkauft?
Hauptsächlich sind es Mineralölkonzerne, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihre Treibhausgasemissionen im Rahmen der THG-Quote jedes Jahr um einen festgelegten Prozentsatz zu mindern.
Halten die quotenverpflichteten Unternehmen sich nicht an Ihre Quote, wird eine Strafzahlung für jede nicht eingesparte Tonne CO2 in Höhe von 600 € pro Tonne CO2 fällig.
Ein Quotenverpflichteter hat unterschiedliche Erfüllungsoptionen, um die Anforderungen der THG-Quotenerfüllung zu bewerkstelligen. Insbesondere ist es der Verkauf von Biokraftstoffen, wie z. B. E10 oder E5 an der Tankstelle.
Da die THG-Minderungsquote in den vergangenen Jahren jedoch bedeutend gestiegen ist und bis 2030 auf 25 % steigen wird, schaffen Mineralölkonzerne es nicht allein durch den Verkauf von Biokraftstoffen die Anforderungen zu erfüllen, sodass Strafzahlungen drohen. Deswegen werden THG-Quotenmengen durch öffentliche Ladeinfrastruktur generiert oder die eingesparten CO2-Emissionen von Privatpersonen oder Unternehmen gekauft.
Wer kann die THG-Quote beantragen?
Die THG-Quote kann von allen Haltern von E-Autos, sowie von Ladeinfrastrukturbetreibern beantragt werden. Dabei ist es egal, ob es sich hierbei um private E-Auto-Besitzer, E-Flottenbetreibern in Unternehmen oder Eigentümer von öffentlicher Ladeinfrastruktur handelt. Allerdings gibt es bei den Fahrzeugen eine Unterscheidung: Es müssen quotenberechtigte Fahrzeuge sein.
Für welchen Zeitraum kann die THG-Quote von E-Mobilisten und Ladeinfrastrukturbetreibern beantragt werden?
Die THG-Quote kann einmal pro Kalenderjahr beim Umweltbundesamt beantragt werden. Gesetzlich ist das Instrument bis 2030 vorgesehen.
Weitere Fragen?
Schreib uns!
Mit unserem kompetenten Team kommst Du immer ans Ziel! Schreib uns gerne Dein Anliegen und Du kriegst werktags innerhalb von 48 Stunden eine Antwort.



